Pressemitteilungen 2018

PM 01/28.02.2018

Glyphosat-Anhörung im Landtag
Endlich ernst machen mit der Pestizidreduktion

Die Anhörung im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtags zu einem Ausstiegsplan für Glyphosat kommt reichlich spät, so die NaturFreunde vom Landesverband Schleswig-Holstein. Selbst die „GroKo“ habe ein Glyphosatverbot für die Landwirtschaft und Privatanwender in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen. Es fehle jedoch ein verbindliches Ausstiegsdatum. Die NaturFreunde begrüßen die Anhörung in Schleswig Holstein, allerdings dürfe Glyphosat nicht isoliert betrachtet werden. „Ein Glyphosat-Verbot allein ist kein Rezept gegen das Insektensterben oder gegen Gewässerbelastungen“, so Ina Walenda, Geschäftsführerin der NaturFreunde Schleswig-Holstein. Früher oder später würden verwandte Mittel eingesetzt. „Der Pestizideinsatz muss insgesamt reduziert werden“, fordert Walenda.

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Eine „Strategie zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes“ sehe auch der Koalitionsvertrag der Jamaika-Koalition vor, sei aber bislang nicht umgesetzt. „Wenn es die Landesregierung ernst mit einer Pestizidreduktion meine, müsse jetzt endlich begonnen werden.“

Als Sofortmaßnahme für Schleswig-Holstein fordern die NaturFreunde mehr Überwachung. Für die Kontrollen von chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungsmitteln in der Landwirtschaft, dazu den Handel und das Gewerbe, die Kommunen und Privatanwender, gäbe es laut Aussagen der Landwirtschaftskammer landesweit lediglich vier Kontrolleure. „Das ist geradezu lächerlich“, bewertet Walenda diese Situation. „Was nützen Gesetze, wenn deren Ausführung nicht kontrolliert wird.“ Wir haben deshalb seit Jahren ein hohes Niveau an Fehlanwendungen und Verstößen.

Zur Stellungnahme der NaturFreunde S-H zum „Ausstiegsplan Glyphosat jetzt“

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