Jede Tablette weniger hilft

Da Medikamentenrückstände immer häufiger in Gewässern nachgewiesen werden, muss der Umgang mit ihnen bewusster gestaltet werden - jede Tablette weniger hilft.  Zwar erarbeitet die Forschung erste technische Lösungen für Kläranlagen, um das Problem einzudämmen, doch können diese noch nicht flächendeckend umgesetzt werden. Mit einer Änderung des Konsum- und Ernährungsverhaltens hingegen, wäre viel zu erreichen. So werden immer mehr Anti-Diabetika eingenommen. Gleichzeitig sind 50 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer übergewichtig. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen in Folge falscher Ernährungsgewohnheiten und durch Bewegungsmangel zu. Aber statt das eigene Verhalten zu ändern, greifen viele Menschen lieber zur Tablette.

Durch kleinere Packungsgrößen könnte die Menge an Arzneimittelwirkstoffen, die als Abfall anfallen, verringert werden. Durch ein verändertes Verschreibungsverhalten der Ärzte könnte der Verbrauch an Arzneimittelwirkstoffen prinzipiell ebenfalls reduziert werden. Durch die Entwicklung neuer Therapieformen und der Sensibilisierung der Ärzteschaft für mögliche Umweltauswirkungen von Arzneimitteln sind Minderungen denkbar. Bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen sollte insbesondere die Abbaubarkeit in der Umwelt nach bestimmungsgemäßer Verwendung wenn möglich mit berücksichtigt werden. Der Verbrauch von Tierarzneimitteln in der landwirtschaftliche Nutztierhaltung, insbesondere von Antibiotika, kann durch andere Haltungsformen drastisch verringert werden. Längst gilt als erwiesen, dass eine artgerechte Tierhaltung positiv auf das Wohlergehen wirkt und somit auf deren Gesundheit. Als Verbraucher können wir durch unseren Einkauf entscheidenden Einfluss darauf nehmen - durch den Kauf von Fleisch aus artgerechten Haltungsformen durch einen verringerten Fleischkonsum .

Um den Eintrag von Medikamentenresten in die Umwelt so gering wie möglich zu halten, ist eine richtige Entsorgung von Arzneimittelresten oder Altarzneimitteln wichtig. Zwar ist ein Großteil der Medikamente bei der Entsorgung als nicht gefährlicher Abfall einzustufen. Dennoch dürfen Medikamente nicht über Toilette oder Ausguss ins Abwasser gegeben werden.  In Schleswig-Holstein sind Medikamentenreste i. d. R. wie häuslicher Abfall über die Restmülltonne und letztendlich über die Müllverbrennung zu entsorgen. Die Verbrennung des Hausmülls gilt derzeit als das umweltfreundlichste Entsorgungsverfahren für Alt-Medikamente. Die flächendeckende Rücknahme von Arzneimitteln in der Apotheke wurde mit Beginn des dualen Systems gekippt. Seitdem nehmen Apotheken sie nur noch auf freiwilliger Basis zur Entsorgung zurück – und entsorgen sie dann ebenfalls im Hausmüll.

Weitere Infos können der Internetseite http://www.arzneimittelentsorgung.de/ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entnommen werden.

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