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PM 04/29.03.2018

NaturFreunde fordern Düngestopp in belasteten Gebieten

Die neue Landesdüngeverordnung wird nach Bewertung der NaturFreunde S-H an den viel zu hohen Nährstoffbelastungen der Gewässer in Schleswig-Holstein nichts ändern. Die bisherige Politik von freiwilligen Maßnahmen, halbherzigen Grenzwerten und laschen bis kaum durchgeführten Kontrollen ist als gescheitert anzusehen“, stellt die Landesgeschäftsführerin der NaturFreunde S-H Dr. Ina Walenda fest.

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„Damit drohen Schleswig-Holstein Strafzahlungen in sechsstelliger Höhe wegen Verstoßes gegen die im Jahr 2000 in Kraft getretene EG-Wasserrahmenrichtlinie.“ Ohne einschneidende Maßnahmen wird Schleswig-Holstein weiterhin auf rund 51 Prozent seiner Landesfläche gegen geltendes EU-Recht beim Grundwasserschutz verstoßen.

Die Landesregierung setze lediglich die Minimalvorgaben der bundesweit gültigen Düngeverordnung um, bemängeln die NaturFreunde S-H. Von 14 konkreten Maßnahmen zur Nährstoffreduktion wolle das Land lediglich drei Maßnahmen für Nitrat bzw. Phosphat umsetzen. In Schleswig-Holstein werde seit Jahrzehnten in mehr als der Hälfte des Grundwassers der EU- Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten. Damit habe die Landesregierung die Chance vertan, durch Auswahl einer Vielzahl an Maßnahmen zumindest ein Signal zu setzen, so die NaturFreunde.

Letztlich, so die NaturFreunde, seien es aber Regelungslücken der bundesweit gültigen DüngeVO, die in den Ländern ein „weiter so“ mit viel zu hohen Güllemengen geradezu legalisieren. Mit mehr oder weniger kreativer rechtskonformer Trickserei könnten Betriebe, die durch das Bundesrecht definierten Obergrenzen für Stickstoff leicht wegrechnen. Der eine oder andere Betrieb könnte sogar noch mehr düngen als bisher.

„Angesichts der zahnlosen Düngeverordnung des Bundes ist es umso wichtiger, dass das Land endlich handelt und die Grenzwertüberschreitungen nicht länger als Normalzustand akzeptiert,“ so Walenda weiter. „Notwendig sind eine flächengebundene Tierhaltung, die Ausweisung weiterer Wasserschutzgebiete mit einer zeitgemäßen Anpassung der bestehenden sowie endlich die Durchführung effektiver Kontrollen mit entsprechenden Sanktionen. Für mindestens eine Übergangszeit von fünf Jahren muss es ein Düngeverbot in den besonders belasteten Gebieten geben.“

Stellungsnahme Landesdüngeverordnung

Kontakt für Medien:
Dr. Ina Walenda, mobil 0176-20508116

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PM 03/23.03.2018

Einladung an die Medien

Am Mittwoch, den 28. März 2018 wollen wir um 19.30 Uhr im Schulweg 4 in Gammelby im Kreis Rendsburg-Eckernförde eine neue NaturFreunde-Gruppe gründen. Wir möchten uns vorstellen, über unsere Motive zum Beitritt zu den NaturFreunden S-H berichten sowie erste geplante Aktivitäten im Bereich Umwelt- und Naturschutz vorstellen.

Dazu laden wir Sie herzlich ein!

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Kontakt für Medien:
Alexandra Florek (Gammelby), mobil 0151 50380756
Dr. Ina Walenda (Kiel), mobil 0176-20508116

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PM 02/07.03.2018

Deutsche Umweltvertreter übergeben Papst Franziskus Diskussionspapier zur Enzyklika „Laudato Si“

Zur Generalaudienz und Teilnahme an der Vatikan-Konferenz „Radical ecological conversation after Laudato Si“ übergeben Vertreter und Vertreterinnen der deutschen Umweltbewegung Papst Franziskus das Diskussionspapier „Verantwortung im Zeitalter des Menschen“ zur Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“.

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Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und früherer Umweltstaatssekretär, Bärbel Höhn, ehemalige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und NRW-Umweltministerin a.D. sowie Josef Göppel, ehemaliger CSU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL), unterstützen die Bemühungen des Papstes hin zu einer „Humanökologie“, die eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung möglich macht.

„Der Glyphosatskandal, die Dieselaffäre und der sich verstärkende Klimawandel zeigen, dass unsere Form Wohlstand auf Kosten von Mensch und Natur zu produzieren nicht zukunftsfähig ist. Wir sehen die dringende Notwendigkeit, in einem breiten, internationalen Dialog endlich zu einem Umsteuern zu kommen, in dem, wie wir arbeiten, leben und produzieren. Dass die katholische Kirche sich in der Enzyklika des Papstes in diesen Punkten so eindeutig für Leben und Umwelt positioniert, ist ein wichtiges Signal für einen großen Teil der Menschheit“, sagt DNR-Präsident Kai Niebert. „Seitens der deutschen Umweltbewegung freuen wir uns sehr, mit Papst Franziskus in die Diskussion zu kommen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“

Die päpstliche Enzyklika knüpft an den Sonnengesang des Franz von Assisi aus dem Jahr 1225 an. Sie widerspricht der Lüge von der unbegrenzten Verfügbarkeit der natürlichen Güter der Erde und will die Menschen in dem Ziel vereinen, radikal umzusteuern. In der Lehrschrift heißt es: „Infolge einer rücksichtslosen Ausbeutung der Natur läuft der Mensch Gefahr, sie zu zerstören und selbst zum Opfer dieser Zerstörung zu werden.“ In diesem Zusammenhang hebt Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender hervor: „Von Seiten der Umweltbewegung begrüßen wir diese klare und deutliche Positionierung, die so von noch keinem Papst zuvor beschrieben wurde. Zu Recht kritisiert Papst Franziskus den ‚Anthropozentrismus‘, der immer mehr auf ein technisch-ökonomisches Wachstumsparadigma verengt wird. Eine ökologische Selbstvernichtung, die vor Jahren undenkbar schien, wird auch vor dem Hintergrund des aktuellen Artensterbens immer realistischer.“

 Auch in Deutschland gebe es einen eklatanten Widerspruch zwischen dem Wissen über die Naturzerstörung und den Konsequenzen, die daraus gezogen würden, kritisiert der Vorsitzende der NaturFreunde Deutschlands, Michael Müller. „Die Aufgaben im Bereich Umwelt- und Naturschutz werden immer größer, im Rahmen der Koalitionsverhandlungen aber wurde das künftige Umweltministerium deutlich verkleinert. Wir brauchen dringend eine Verkehrswende, stattdessen werden hier immer mehr spritfressende Geländelimousinen gebaut und zugelassen“, führt Müller aus. „Im Wahlkampf spielte die sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft kaum eine Rolle. Auch deshalb ist es in Deutschland so wichtig, die vom Papst angestoßene Debatte offen und kritisch zu führen und die Antworten nicht im Altbekannten zu suchen.“

 Das Wichtigste aus Sicht der Autoren ist, dass die großen Zukunftsfragen in der Gesellschaft und in der Politik endlich ernsthaft und breit diskutiert werden. Die Vertreter fast aller Parteien sprächen zwar sorgenvoll über die großen Zukunftsaufgaben, doch ihre Lösungsansätze blieben an technisch-ökonomische Zwänge gebunden. Die Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation werde als Ziel aus den Augen verloren. Deshalb wollen die Vertreter der deutschen Umweltbewegung Papst Franziskus bei der Umsetzung der Enzyklika „Laudato Si“ unterstützen, in Deutschland die Debatte konsequent vorantreiben und den Weg hin zu einer solchen Transformation beschreiten.

 Das umweltpolitische Diskussionspapier regt anhand von konkreten Punkten an, die päpstlich angestoßene und weltweit geführte Debatte fortzuführen. In einem ersten Ansatzpunkt widmen sich die Autoren der Gegenwart, in der der Mensch inzwischen zur stärksten geologischen Kraft im planetaren Maßstab geworden ist – dem sogenannten Anthropozän. Was muss heute in Zeiten der Freiheit getan werden, um künftiges Handeln in Unfreiheit zu vermeiden? Wie kann eine Welt aussehen, die weder Mangel noch Überfluss kennt? Des Weiteren äußern sich die Umweltvertreter zu dem Prinzip Verantwortung: Wie sieht Verantwortung aus, die eine Fortschrittsutopie bewahrt? Wie sieht Nachhaltigkeit in Zeiten des „Immer-mehr“, „Immer-weiter“ und „Immer-schneller“ aus? Und wie kann der Weg hin zu einer qualitativen Entwicklung beschritten werden, die Freiheit, Fortschritt und Gerechtigkeit auf Dauer miteinander verbindet?

 Darüber hinaus wird in dem Papier festgehalten, dass die Menschheit selbst bei den global voranschreitenden Umweltzerstörungen nicht in einem Boot sitzt. Es wirken gewaltige Zugkräfte zwischen Arm und Reich, die die Konflikte verschärfen. Letzten Endes, so schreiben die Autoren, geht es auch um die Frage: Wie sieht eine Weltinnenpolitik aus? In den Augen der Umweltvertreter sei es unumstößlich, ein globales Programm für Arbeit und Umwelt aufzulegen. Der ökologische Umbau ist eine große Herausforderung in allen Weltregionen. Das Programm sollte deshalb den Umbau der Industrie- und Schwellenländer mit dem Aufbau in den Entwicklungsländern verbinden. Schlussendlich fordern die Autoren ganz konkret den notwendigen und schnellen Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter. Denn die Umweltschäden, die aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas entstehen, sind unverantwortlich geworden.

Download: Diskussionspapier „Verantwortung im Zeitalter des Menschen“

www.naturfreunde.de/Umweltdiskussionspapier-Laudato-Si  

Gemeinsame Pressemitteilung von Deutscher Naturschutzring, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie NaturFreunde Deutschlands

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PM 01/28.02.2018

Glyphosat-Anhörung im Landtag
Endlich ernst machen mit der Pestizidreduktion

Die Anhörung im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtags zu einem Ausstiegsplan für Glyphosat kommt reichlich spät, so die NaturFreunde vom Landesverband Schleswig-Holstein. Selbst die „GroKo“ habe ein Glyphosatverbot für die Landwirtschaft und Privatanwender in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen. Es fehle jedoch ein verbindliches Ausstiegsdatum. Die NaturFreunde begrüßen die Anhörung in Schleswig Holstein, allerdings dürfe Glyphosat nicht isoliert betrachtet werden. „Ein Glyphosat-Verbot allein ist kein Rezept gegen das Insektensterben oder gegen Gewässerbelastungen“, so Ina Walenda, Geschäftsführerin der NaturFreunde Schleswig-Holstein. Früher oder später würden verwandte Mittel eingesetzt. „Der Pestizideinsatz muss insgesamt reduziert werden“, fordert Walenda.

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Eine „Strategie zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes“ sehe auch der Koalitionsvertrag der Jamaika-Koalition vor, sei aber bislang nicht umgesetzt. „Wenn es die Landesregierung ernst mit einer Pestizidreduktion meine, müsse jetzt endlich begonnen werden.“

Als Sofortmaßnahme für Schleswig-Holstein fordern die NaturFreunde mehr Überwachung. Für die Kontrollen von chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungsmitteln in der Landwirtschaft, dazu den Handel und das Gewerbe, die Kommunen und Privatanwender, gäbe es laut Aussagen der Landwirtschaftskammer landesweit lediglich vier Kontrolleure. „Das ist geradezu lächerlich“, bewertet Walenda diese Situation. „Was nützen Gesetze, wenn deren Ausführung nicht kontrolliert wird.“ Wir haben deshalb seit Jahren ein hohes Niveau an Fehlanwendungen und Verstößen.

Zur Stellungnahme der NaturFreunde S-H zum „Ausstiegsplan Glyphosat jetzt“

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PM 25/18.12.2017

Zum Biodiversitätsbericht der Landesregierung
Pestizideinsatz drastisch reduzieren – sofort

Der Biodiversitätsbericht der Landesregierung liefere nach Ansicht der NaturFreunde S-H bedauerlicherweise keine schönen Weihnachtsüberraschungen. Die intensive Landwirtschaft mit ihrem Trend zur industrialisierten Agrarproduktion, mit Monokulturen und hohem Pestizideinsatz, mache in Schleswig-Holstein immerhin noch rund 70 Prozent der Landesfläche aus.

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Sie gelte demnach, wie auch in den Jahren zuvor, als Biodiversitätskiller Nr. 1. Deshalb fordern die NaturFreunde Sofortmaßnahmen für diesen Bereich. „Die Landesregierung darf nicht weiter nur Ankündigungen machen, sondern muss ein Sofortprogramm zur Pestizidreduzierung umsetzen“, fordert Ina Walenda, Landesgeschäftsführerin vom NaturFreunde-Landesverband. „Selbst der Jamaika-Koalitionsvertrag sieht dies vor.“ Chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungsmittel trügen nach Ansicht der NaturFreunde entscheidend zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Eingetragen in natürliche Lebensräume verdrängten sie hier die heimische standortangepaßte Vegetation, auf dem Acker vernichteten die Lebensgrundlage zahlreicher Tierarten der Agrarlandschaft. „Nach einem halben Jahr im Amt und den Geschehnissen und dem Streit rund um die Glyphosat-Zulassung und deren Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und mögliche Gesundheitsauswirkungen müsse man dies erwarten können,“ so Walenda.

Darüber hinaus müssten die Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung setzen und sich für ein Verbot der Anwendung von Pestiziden als auch Mineraldüngern in den schleswig-holsteinischen Naturschutz- und Wasserschutzgebieten einsetzen. Die viel zu hohen Stickstoffmengen aus der Landwirtschaft veränderten die Ökosysteme und führten zu einer Vereinheitlichung der Standortbedingungen. Biodiversität sei dann nicht mehr möglich.

Zugleich, so die NaturFreunde, müsse das Angebot an Programmen für den Vertragsnaturschutz und für den Ökologischen Landbau weiter verbessert werden, so dass die Nachfrage der interessierten Betriebe gedeckt werden könne. Aktuell sei die Nachfrage deutlich höher als das Angebot der Landesregierung.

Der Biodiversitätsbericht zeige, die Artenvielfalt gehe zurück. Es sei keine Zeit mehr für Ankündigungen, sondern für sofortiges Handeln, so die NaturFreunde S-H.

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