Pressemitteilungen der letzten drei Monate

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PM 25/18.12.2017

Zum Biodiversitätsbericht der Landesregierung
Pestizideinsatz drastisch reduzieren – sofort

Kiel, 18.12.2017. Der Biodiversitätsbericht der Landesregierung liefere nach Ansicht der NaturFreunde S-H bedauerlicherweise keine schönen Weihnachtsüberraschungen. Die intensive Landwirtschaft mit ihrem Trend zur industrialisierten Agrarproduktion, mit Monokulturen und hohem Pestizideinsatz, mache in Schleswig-Holstein immerhin noch rund 70 Prozent der Landesfläche aus.

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Sie gelte demnach, wie auch in den Jahren zuvor, als Biodiversitätskiller Nr. 1. Deshalb fordern die NaturFreunde Sofortmaßnahmen für diesen Bereich. „Die Landesregierung darf nicht weiter nur Ankündigungen machen, sondern muss ein Sofortprogramm zur Pestizidreduzierung umsetzen“, fordert Ina Walenda, Landesgeschäftsführerin vom NaturFreunde-Landesverband. „Selbst der Jamaika-Koalitionsvertrag sieht dies vor.“ Chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungsmittel trügen nach Ansicht der NaturFreunde entscheidend zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Eingetragen in natürliche Lebensräume verdrängten sie hier die heimische standortangepaßte Vegetation, auf dem Acker vernichteten die Lebensgrundlage zahlreicher Tierarten der Agrarlandschaft. „Nach einem halben Jahr im Amt und den Geschehnissen und dem Streit rund um die Glyphosat-Zulassung und deren Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und mögliche Gesundheitsauswirkungen müsse man dies erwarten können,“ so Walenda.

Darüber hinaus müssten die Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung setzen und sich für ein Verbot der Anwendung von Pestiziden als auch Mineraldüngern in den schleswig-holsteinischen Naturschutz- und Wasserschutzgebieten einsetzen. Die viel zu hohen Stickstoffmengen aus der Landwirtschaft veränderten die Ökosysteme und führten zu einer Vereinheitlichung der Standortbedingungen. Biodiversität sei dann nicht mehr möglich.

Zugleich, so die NaturFreunde, müsse das Angebot an Programmen für den Vertragsnaturschutz und für den Ökologischen Landbau weiter verbessert werden, so dass die Nachfrage der interessierten Betriebe gedeckt werden könne. Aktuell sei die Nachfrage deutlich höher als das Angebot der Landesregierung.

Der Biodiversitätsbericht zeige, die Artenvielfalt gehe zurück. Es sei keine Zeit mehr für Ankündigungen, sondern für sofortiges Handeln, so die NaturFreunde S-H.

Pressekontakt:
Dr. Ina Walenda
mobil 0176 20508116

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PM 24/29.11.2017

NaturFreunde S-H und PAN Germany:
Pestizide reduzieren im 
Echten Norden

Kiel/Hamburg 29.11.2017. Wie kann der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft, in Kommunen, in Baumschulen, Gärtnereien sowie in Haus- und Kleingärten reduziert werden und wie kann dies in Schleswig-Holstein umgesetzt werden?

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Diesen Fragen soll am 1. Dezember im Landeshaus in Kiel von 14:00 bis 18.00 Uhr auf Einladung der NaturFreunde Schleswig-Holstein und des Pestizid Aktions-Netzwerks nachgegangen werden. Der Sprecher des Umwelt- und Agrarausschusses im EU-Parlament, Martin Häusling, wird in einem einführenden Impulsreferat den notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion und Pflanzenschutzes in der EU aufzeigen. Prof. Dr. Edmund Maser vom Toxikologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität, Sebastian Kaiser vom Bund Deutscher Energie- und Wasserversorger (BDEW) sowie Susanne Smolka von PAN Germany erläutern, warum Maßnahmen zur Pestizidreduktion notwendig sind. Über das „wie“ soll eine vom Landesnaturschutzbeauftragten, Prof. Dr. Holger Gerth, moderierte Podiumsdiskussion Aufschluss geben. Konkrete Vorschläge erwarten die Veranstalter von den eingeladenen Vertretern und Vertreterinnen der Landespolitik und der landwirtschaftlichen Praxis. Vereine und Verbände wie die De Immen, der Landesnaturschutzverband, der NABU und die Veranstalter werden konkrete Forderungen vortragen.
„Ziel unserer Veranstaltung sind die Suche und das Aufzeigen konkreter Reduktionsmöglichkeiten für eine Verringerung der Pestizidanwendung,“ so Dr. Ina Walenda, Landesgeschäftsführerin der NaturFreunde S-H. „Dafür wollen wir unterschiedliche Akteure zusammenbringen. Der Koalitionsvertrag der Landesregierung für 2017 bis 2022 sieht Maßnahmen zur Reduktion des Pestizideinsatzes vor, diese wollen wir einfordern und hierfür wichtige Impulse liefern.“
“Das EU-Pestizidrecht gibt das Ziel vor, die Abhängigkeit von der Verwendung von Pestiziden zu verringern. Hierzu sollen alternative Methoden und Verfahren gefördert werden“, so die Pestizidexpertin Susanne Smolka von PAN Germany. „Der dramatische Schwund an Insekten und Artenvielfalt zeigt, die Grenzen der Belastbarkeit des Naturhaushalts sind erreicht. Durch den Verlust an Bestäubern und Nützlingen wird auch die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft bedroht, wenn jetzt nicht gehandelt wird.“
Die Veranstaltung bietet eine Plattform, sich über Problemfelder, Zielsetzungen und Maßnahmen mit Blick auf eine Pestizidreduktionsstrategie mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Landwirtschaft und Verbänden auszutauschen.

Aktualisiertes Veranstaltungsprogramm und Broschüre „Pestizide reduzieren – aber wie?“

 

Kontakt für Medien:
Dr. Ina Walenda
NaturFreunde Schleswig-Holstein
mobil 0176 20 50 8116

Susanne Smolka
PAN Germany
Tel. 040 3991910-24

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PM 23/27.11.2017

Glyphosat – eine fatale Entscheidung
Bankrotterklärung für geschäftsführende GroKo

Kiel, 27.11.2017. Die Entscheidung gegen den erklärten Willen des SPD-Mitglieder der Bundesregierung ist für die NaturFreunde im Landesverband Schleswig-Holstein eine Blamage. „Selbst in der geschäftsführenden Groko wird die SPD von der CDU am Nasenring herumgeführt“, kommentiert Dr. Ina Walenda, Landesgeschäftsführerin der NaturFreunde S-H.

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„Wie lange will die SPD sich das noch bieten lassen? Sie sollte jetzt endlich - wie nach der Wahl versprochen - die Reissleine für die GroKo ziehen.“
Die heutige Entscheidung über eine fünfjährige Verlängerung der Zulassung des Breitbandherbizids Glyphosat ist auch für die Bundesländer fatal. Schleswig-Holstein soll, so eine Vorgabe des Bundes in seinem „Nationalen Aktionsplan zur Reduzierung des Pestizideinsatzes (NAP)“, den Einsatz an chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungsmitteln reduzieren. „Wie aber soll das gehen, wenn eines der gefährlichsten Spritzmittel weiter eingesetzt werden darf?“, fragen sich die NaturFreunde S-H, „wenn Glyphosat weiterhin eingesetzt werden darf? Wo bleibt der Ausstiegsplan?“
Nach Ansicht der NaturFreunde ist dies eine Entscheidung gegen die den vielfach erklärten Willen der Allgemeinheit, gegen das EU-Parlament und vor allem gegen die Natur, aber für einen weiteren Ausbau agrarindustrieller Strukturen in der Landwirtschaft. „Mit dieser Entscheidung wird eine Agrarwende geradezu torpediert,“ so Walenda.

Kontakt für Medien: 
Dr. Ina Walenda, mobil 0176 20508116

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PM 22/27.11.2017

Naturfreunde S-H stellen sich neu auf

Kiel, 27.11.2017. Auf ihrer Landesausschusssitzung am Wochenende im NaturFreundehaus in Schönberg/ Kalifornien haben die NaturFreunde personelle Änderungen für den Landesvorstand, die Aufnahme einer neuen Untergliederung sowie Projekte für das kommende Jahr beschlossen. Nach dem Ausscheiden der bisherigen Amtsinhaber wurden der Angestellte bei der Bundesagentur für Arbeit in Flensburg, Jürgen Klose aus Gelting, zum zweiten stellvertretenden Landesvorsitzenden und der Finanzbuchhalter Reinhard Tramsen aus Süderbrarup zum neuen Kassierer gewählt .Jürgen Klose will sich vor allem der Betreuung und Neugewinnung von Mitgliedern und örtlichen Gruppen widmen.

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Zudem wurde die Aufnahme einer neuen Untergliederung im Kreis Rendsburg-Eckerförde - die NaturFreunde Gammelby – beschlossen., Die Gründungsmitglieder aus Gammelby wollen nun nach weiteren Mitstreitern aus der Region Ausschau halten, um vor Ort im Umwelt- und Naturschutz aktiv zu werden. Konkret wolle man sich der geplanten Deponieausweitung in Gammelby annehmen, so Katja Karrié als Sprecherin der Gruppe.
Als neues Projekt für 2018 sei die Revitalisierung des historischen Ochsenwegs und das Thema Stadtökologie geplant. Weiterarbeiten wolle man am Thema „Pestizide reduzieren - aber wie?“.

Vorstand Naturfreunde S-H

Kontakt für Medien: 
Dr. Ina Walenda, mobil 0176 20508116

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PM 21/06.11.2017

Neue Broschüre
Die Verwendung von Pestiziden verringern

Kiel, 6.11.2017. „Beiträge zur Reduktion des Pestizideinsatzes“ heißt eine neue Broschüre der NaturFreunde vom Landesverband Schleswig-Holstein. Gegen eine Erstattung der Versandkosten können sie alle Interessierten kostenfrei erhalten, Anfragen unter naturfreunde@naturfreunde-sh.de. Die NaturFreunde S-H haben Fachkundige aus Vereinen und Verbänden, Institutionen, Kommunen und der Landesregierung gebeten, ihre guten Gründe und Beispiele für eine Reduktion der Anwendung chemischsynthetischer Pflanzenbehandlungsmittel in Landwirtschaft, Kommunen und Privatgärten allgemeinverständlich zu erläutern. So sind u. a. die ChristianAlbrechts-Universität, der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energieund Wasserwirtschaft, die Verbraucherzentrale, das Landwirtschaftsministerium, De Immen, der NABU und das Pestizidaktionsnetzwerk PAN Germany mit Beiträgen vertreten.

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Anlass für die NaturFreunde, sich diesem Thema zu widmen, ist ein seit Jahrzehnten unverändert hoher Pestizideinsatz vor allem in der Landwirtschaft, aber auch immer noch in Privatgärten und im Gartenbau. „Der alarmierende Rückgang der Insekten zeigt, dass wir den Pestizideinsatz sofort drastisch reduzieren müssen,“ so der NaturFreunde Landesvorsitzende Dieter Neumann, „Auch der Gesetzgeber fordert dies mit seinem Nationalen Aktionsplan zur Reduktion des Pestizideinsatzes (NAP). Jetzt sind die Bundesländer in der Pflicht, dies umzusetzen.“ Die gesellschaftliche Akzeptanz für den Einsatz von Agrarchemikalien zur Lebensmittelproduktion schwinde deutlich. Die NaturFreunde stünden für Felder und öffentliche Flächen möglichst ohne Gifteinsatz. Vor allem gehörten Pestizide aber nicht in die Hände von Privatanwendern. „Mit unserer Broschüre wollen wir allgemeinverständlich über Pestizide informieren und gute Beispiele und Wege zeigen, wie der Pestizideinsatz reduziert werden kann“, so Neumann.

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