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Igelschutz
Warum Mähroboter nicht nachts eingesetzt werden sollten
Kiel, Januar 2026 - Igel sind Mährobotern hilflos ausgeliefert, denn Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr stellen sie zwar ihr Stachelkleid auf, doch das schützt sie nicht gegen die scharfen und schnell rotierenden Klingen der Mähroboter. Die Verletzungen enden oft tödlich. Igel gelten im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Die NaturFreunde S-H fordern eine landesweite „Allgemeinverfügung zum Verbot der nächtlichen Inbetriebnahme von Mährobotern zum Schutz wildlebender Tiere“ zu erlassen. Das Verbot soll sich von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis frühestens einer Stunde nach Sonnenaufgang erstrecken.
In verschiedenen Ländern der EU wurde in den letzten Jahren eine Bestandsabnahme des Braunbrustigels (Erinaceus europaeus) beobachtet. Die 2020 aktualisierte Rote Liste der Säugetiere zeichnet für Deutschland ein vergleichbares Bild. Igeln, früher überall zahlreich anzutreffen, wird ein erheblicher Rückgang attestiert. Eine der Ursachen ist, in Gärten werden häufig Mähroboter eingesetzt, welche eine Gefahrenquelle für kleine Wirbeltiere, insbesondere für Igel, darstellen. Treffen Mähroboter auf Igel und andere kleine Wirbeltiere, fügen die scharfen Messer und rotierenden Klingen der Mähroboter diesen typischerweise Verstümmelungen bzw. erhebliche Verletzungen zu, was laut einer Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin in 47 Prozent der Fälle den Tod zur Folge hat. Anders als andere Tiere flüchten Igel bei einem (bevorstehendem) Kontakt mit Mährobotern nicht, sondern rollen sich zum Schutz mit dem Ergebnis zusammen, so dass sie von dem Mähroboter überrollt, verletzt oder getötet werden. Verletzte Tiere sind hierbei meist einer sehr langen und erheblichen Leidenszeit ausgesetzt. Da Mähroboter autonom und zugleich sehr geräuscharm agieren, erfolgt der Betrieb häufig auch in der Nacht – während der Igel typischerweise auf Nahrungssuche ist.
Gesunde Igel sind nur in der Dämmerung oder Dunkelheit unterwegs. Die nachtaktiven Tiere sind dann auf der Suche nach Nahrung. Viele Privatgrundstückbesitzer lassen ihre Mähroboter aber vor allem am späten Abend oder nachts laufen, wenn sie selbst den Garten nicht mehr nutzen. Das ist für Igel besonders gefährlich. Doch auch wenn Sie den Mähroboter ausschließlich bei Tageslicht fahren lassen, kann das für Igel tödlich sein (Foto Pixabay)
Mähroboter sind nicht nur für Igel schädlich
Sie mähen schlicht alles weg, was auf dem Rasen blüht. Damit vernichten sie das Nahrungsangebot für Bienen, Schetterlinge, Käfer und andere Insekten. Wenn es weniger Insekten gibt, haben auch Igel weniger Futter. Sie weichen dann auf Schnecken aus. Das Problem: Schnecken übertragen häufig Parasiten auf Igel, die davon krank werden oder sogar sterben können. Im privaten Garten und auf öffentlichen Grünflächen sollte der Einsatz von Mährobotern immer kritisch hinterfragt werden. Durch das zumeist permanente Kurzhalten des Rasens wird der Boden weniger beschattet. So befördern Mähroboter den Wasserverbrauch, was in den trockenen Sommern zum Problem werden kann. Wer Igel und andere Kleintiere wirklich schützen möchte, verzichtet deswegen besser ganz auf Mähroboter.
Mehr Infos zum Igel auf der Seite der Igel- und Wildtierhilfe Eckernförde e. V. unter https://www.iwheb.de/home-igel/#Steckbrief%20Igel


